Wie messen sie den AGW toxischer Gase, z. B. HCN oder Phosgen?

Die Geschichte von Compur Monitors begann, als in den 70er Jahren auch in der chemischen Industrie die Forderung nach einer Überwachung der Atmosphäre auf toxische Gase laut wurde. Gasmesstechnik allgemein hat ihre Wurzeln im Bergbau. Dort hat der Schutz vor schlagenden Wettern überragende Bedeutung. Schlagende Wetter bezeichnet eine Atmosphäre, die wegen ihres Gehalts an giftigem Kohlenmonoxid bzw. explosivem Methan lebensgefährlich ist.

In der chemischen Industrie sind die Anforderungen an die Sensorik noch höher, da zahlreiche Substanzen extrem niedrige Grenzwerte, die so genannten AGW (Arbeitsplatz Grenzwert) haben.

Gerade Phosgen - COCl2, Chlor - Cl2, Blausäure – HCN sind sehr toxisch und haben daher sehr niedrige Grenzwerte. Die Europäische Union plant, den Grenzwert von HCN z. B. auf 0,9 ppm zu reduzieren. Der Grenzwert von Phosgen liegt bereits bei 0,1 ppm.

Bei der Messung von so toxischen Gasen verwendet man bevorzugt elektrochemische Sensoren. Stark vereinfacht könnte man sagen, diese arbeiten wie ein Gas betrieben Batterie: Gas rein – Strom raus. Strom ist eine elektrische Größe, und daher leicht zu messen. Bei der Entwicklung elektrochemischer Sensoren achtet man darauf, dass das zu messende bei einer elektrochemischen Reaktion entweder reduziert oder oxidiert wird, d. h. jedes Gasmolekül liefert oder verbraucht ein oder mehrere Elektronen. Diese leitet man durch eine hochempfindlichenVerstärker, der sie als Strom detektiert. Salopp ausgedrückt, ist ein Gaswarngerät ein „Molekülzähler“.

Elektrochemische Sensoren sind sehr spezifisch auf bestimmte Gase. Sie benötigen keine Hilfsenergie. Deshalb kann man „um sie herum“ sehr kleine Geräte bauen. Dies ist vor allem beim Bau personenbezogener Geräte ein riesiger Vorteil.

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